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Home > Kultur > Die St. Ulrichs Kirche
Die Erstnennung einer St. Ulrichs-Kirche in „Gredine“ ist auf das Jahr 1342 zurückzuführen. St. Ulrichs Kirche, weil das augsburgische Bistum dem heiligen Ulrich geweiht war, und dieses Bistum viele Höfe in Gröden besitzte (augsburgischer Mairhof in Gröden war Bruel). Diese Kirche lag neben der heutigen St. Anna Kappelle im Friedhof von St. Ulrich.
1655 wurde die Ulrichskirche zur Kuratiekirche erhoben, und war dem großen Bevölkerungswachstum nicht mehr gewachsen. Also wurde sie im Jahre 1744 abgetragen und am selben Ort neu erbaut, hatte aber nicht langes Leben, da das Kirchengewölbe gleich darauf einstürtzte und ein Sanierungsversuch auch fehl schlug. 1793 wurde sie deshalb abgerissen und am heutigen Ort, im Zentrum St.Ulrichs, wo einst der Panabesitz lag, die neue Ulrichskirche erbaut. 1797 wurde sie mit großen Festlichkeiten eingeweiht. 1798 wurde die Orgel mit 24 Registern fertiggestellt, 1799 der Hochaltar durch den Artisten Stampa aus Mailand, und erst 1820 außen bemalt. Dazu ist zu erwähnen, dass in den darauffolgenden Jahren die grödner Holzschnitzer und Kunsthandwerker die Stühle, Beichtstühle und viele Kunstwerke für die Kirche herstellten. Das Errichten der Kirche selbst war nur durch die großzügige finanzielle Unterstützung der Wohlhabenden und mit der fleißigen Handarbeit der ulricher Bevölkerung möglich.
Die Ulrichskirche vor dem Kapellenzubau 1905/07.
Das Hauptschiff (links im Bild) der Ulrichskirche ist mit einem großen Altar und mit unzähligen Kunstwerken der grödner Holzschnitzer und Künstler ausgestattet, u.A. Ferdinand Demetz de Cademia, Ludwig Moroder dl Mëune, Johann Dominik Demetz und das prachtvolle Hauptgemälde des Altars von Josef Moroder Lusenberg, welches die Anbetung der Hl. drei Könige darstellt.
Besonders bewunderswert sind die Skulpturen der 4 Evangelisten des Prof. Johann Dominik Mahlknecht (1793-1876), der in Paris berühmt gewordene grödner Künstler.
Ein Jahrhundert später war die Bevölkerung bereits auf 2000 Einwohner gewachsen, und die Kirche entsprach nicht mehr den Gegebenheiten. Also wurde sie 1905/1907 mit zwei Seitenkapellen erweitert, eine dem heiligen Herz Jesu gewidmet und eine der Rosenkranzmuttergottes. Auch diese Erweiterung wurde zu 2/3 von der ulricher Bevölkerung finanziert; erbaut wurde sie von der brixner Firma Gstrein und Madile.
Die Herz Jesu Kapelle
Der Altar ist von der Werkstätte Petlin, die Statuen links und rechts ebenfalls (hl.Monika und Johannes der Täufer). Die große Jesusstatue wurde von L. Canins geschnitzt. Weitere bekannte Statuen sind die hl. Mutter Anna mit Marienkind von Anton Pitscheider Menza (links vom Altar), der Schutzengel mit Knabe von Vigil Dorigo (rechts vom Altar) und die Statue des hl. Franz von Assisi von Bapt. Moroder Jumbiërch (hier rechts im Bild).
Der Altar stammt aus der Werkstätte Josef Rifesser - Stufan, während die Mariastatue mit dem hl. Dominikus von Josef Mersa geschnitzt wurde. Seitlich davon die hl. Rosa und die hl. Elisabeth, jeweils geschnitzt von Anton Insam - Galina und Jakob Crepaz. Rechts vom Altar steht eine Jesusstatue und weiters das vergoldete Taufbecken.
Das bekannteste Werk ist die hl. Elisabeth mit Bettler des Rudolf Moroder (1900) (hier links abgebildet). Der 21-jährige Künstler stellte das Werk kurz vor dem Militärdienst fertig, gerade rechtzeitig für die Weltausstellung von Paris im Jahre 1900, wo das Werk die Goldmedaille erhielt.
Die Innenbemalung erfolgte erst 1985/86. Im letzten Jahrhundert wurde sodann die Kirche mehrmals erneuert, instandgehalten und hauptsächlich erfolgte die schon oben genannte Außen- und Innenmalerei, welche ihr den heutigen prachtvollen, barocken Eindruck gibt.
Quelle: ST.ULRICH IN GRÖDEN - Kirchen und Kirchengeschichte - Konzept und Texte: Runggaldier Margreth Mahlknecht. Redaktion und Aufnahmen: Mahlknecht Karl. Graphik und Gesamtherstellung: Athesiadruck GmbH Brixen
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